Popayán, 10. Juni 2011 H.R. 

Auer Beim Projektstart im Jahr 2002 waren 8 Kaffee-Farmen aus Inzá, 11 aus Urubamba/Samboni und 4 aus Popayán beteiligt.

Bis ins Jahr 2008 blieben uns die meisten Namen erhalten und es konnten noch neun weitere Bauern aus Turminá-Inzá aufgenommen werden. Doch dann änderte sich die Wetterlage. 

Das kritische Klima forderte seinen Tribut (siehe Berichte 2010, 2009.. weiter unten).

Nelcy und Alcides Ortega haben ihre Pflanzungen fast total erneuert. Das heisst zwei bis drei Jahre Ernteausfall. So ergeht es auch Luis Dias und Gladis Hidalgo aus Urubamba.

Bolivar Mora und Edgar Muñoz aus Samboni versuchen, ihre Pilzgeschädigten organisch geführten Pflanzungen mitder Bordeauxbrüheeiner KupferKalkWassermischung wieder in die Balance zu bekommen.  Marta Diaz und Ehemann Eder Lain Agredo werden, so hoffen sie, ein paar Säcke liefern können, 120 kg statt den üblichen 400.

Zu Daniel Pérez, ich bin sehr beeindruckt wie geschickt dieser Mann seine kleine Farm pflegt. Es ist vielleicht die vielfältigste Pflanzung des Projektes! Daniels Kaffeebäume sind mehrheitlich von der VarietätColombia, welche dem Rostpilz Hemileia Vastatrix gegenüber Resistenz zeigt.

Ich musste für die Februar 2011 Verschiffung Ersatzlieferanten suchen 

ASORCAFE aus Inzá konnte mir helfen. Dieser Cooperativa gehören 250 Kleinfarmen aus der Region Inzá, Pedregal und Páez Belalcázar an. Zusammen mit Silvio Muñoz, meinem Kollegen aus Turminá und Amilcar Arias dem Koordinador von ASORCAFE integrierten wir einige neue Betriebe.

Die Familie Sanchez aus San Pedro, weit hinten im Rio Negro Tal. Alexander Sanchez, sein Bruder Francisco mit den beiden Söhnen Jhon und Ever Javier , Onkel Octavio Sanchez. 

Benjamin Tunubala und Amilcar Arias aus dem Indio-Rescuardo Guanacas bei Inzá.

Die Brüder Hugo und Eibar Rojas aus San Rafael.

Giovany Liszano und Ehefrau Alba Quintero aus Pedregal auf der Südseite des Rio Negros. 

Diese malerische Gesellschaft erfüllt die hohen Qualitätsansprüche von Dezalé. Auf unserer Text- und FotoCD die unsere Kaffeeröster für ihre werte Kundschaft bereit halten, erfahren Sie mehr über die neuen und die alten Projektmitglieder. 

Wir schaffen es immer

Am 12. März 2011 lief die Canberra Express beladen mit 204 Sack Dezalé - Café de origen aus Buenaventura Richtung Antwerp aus und die Sommerernte wird im August auf die Reise gehen.

01. Juni 2010 H.R.Auer- Popayán

Die 2009 Ernte der Dezalé-Plantage Statt den 1500 kg grüner Kaffeebohnen (den 9'000 kg Kaffeekirschen) welche bei 6000 Kaffeebäumchen in Produktionsphase zu erwarten sind, konnten wir nur 300 kg ernten. Dies reichte leider nicht um reich zu werden. Doch die diesjährige Mai-Juli Ernte hat gut gestartet und wird uns Freude bereiten. 

El Niño, la Niña und Coffea Arabica

Das ganze Jahr 2009 und die ersten Monate 2010 bescherten uns viel Sonne und Wärme. Die Niederschlagsmenge in den Regenmonaten März-Mai und Oktober, November lag weit unter dem Durchschnitt. Dieser "El Niño" Effekt bewirkte das Gegenteil der vorangegangenen beiden Jahre wo "La Niña" mit kalter Pazifikströmung uns viel zu viel Nässe und Käte brachte. 

Doch die Schönwetterfreude war nicht unbegrenzt. Die lange andauernde Trockenheit hat zwar mit den Nässe und Kälte liebenden parasitisch auftretenden Pilzen aufgeräumt (siehe Wetter 2007/08 weiter unten), doch machte sich plötzlich ein schon fast vergessener Übeltäter breit, Hemileia Vastatrix ein Rostpilz.

In Kolumbien wird durchwegs die Art Coffea Arabica angebaut. Zwei Varietäten haben Bedeutung. Caturra und die Variedad Colombia eine Kreuzung zwischen Caturra mit Hybrido de Timor einem Robusta. Die Art Robusta ist resistent gegen den Pilz. Das Kreuzungsprodukt Variedad Colombia wird vom Rostpilz nicht befallen. Auf Kleinplantagen ist Caturra jedoch sehr beliebt und verbreitet, obwohl die Federación Nacional de Cafeteros den Bauern die Umstellung auf die resistente Pflanze empfahl! Die am Dezalé-Projekt beteiligten Bauern von Inzá, Urubamba/Samboni und Popayán werden vom Übel unterschiedlich berührt. Für viele wird die begonnene Ernte mager ausfallen. Wer auf Variedad Colombia gesetzt hat, wie wir auf der Dezalé-Farm, wird ruhiger schlafen können. 

Mitte April begann die Regenzeit, im Allgemeinen geht es der Flora und der Fauna gut und die Natur ist wunderbar. 


April 2009

Der Kaffee-Preis an der New Yorker Börse ist hoch, der kolumbianische Arabica suave wird zu 1.72 $/lb. gehandelt. Vor einem Jahr lag er bei 1.40 $/lb. Es spiegelt eine prekäre Lage wieder. Der normalerweise warme trockene Sommer fand nicht statt. Die Kaffeepflanze welche in dieser Trockenphase die Blütenbildung vorbereitet, wurde immer wieder durch kühle Regentage gestört. Oktober bis Dezember 08 waren zu kalt und zu nass. Das Resultat, 20 bis 90% weniger Fruchtbildung, dies Orts- und Höhenlagebedingt. Somit hilft uns Kaffeebauern der gute Preis wenig. Die Imker hier in Popayán wurden auch arbeitslos. Ihre braven Arbeitstierchen suchten, trotz langer Flugstunden, vergebens. Es gab keinen Blütenstaub, keinen Nektar. Aber so ist die Natur, auf sieben magere Jahre folgen sieben fette Jahre. Wenn 2009 das siebte Magerjahr ist, dann wird ja doch noch alles gut!

Unser Projektmitglied, der “Organico“ Bolivar Mora aus Samboni bajo muss zusehen wie seine 10 Avocados sterben. Die veredelten Bäume sind von Parasiten befallen. Bolivar darf keine Pestizide zu Hilfe holen. Das tut seinem sonst schon sehr schlanken Geldbeutel weh. Neben den 5500 Kaffeepflanzen welche ihm in guten Jahren (nicht im 2009) 4000 Schweizer Franken einbringen, hat er als Einnahmequelle jetzt nur noch 100 Kochbananen-Stauden deren Früchte er auf den Markt in Timbio bringt, Jahresertrag 350 Franken.

Bolivar Mora und Ehefrau Lucero Ceron, Samboni 

Topografisch ein interessanter Fleck. Ich habe in den letzten zwei Jahren auf einem neu erworbenen Stück Land (3.5ha.) nebst 950 Waldbäumen 2000 neue Kaffee-Pflanzen gesetzt. Der flache Teil gefällt den Pflanzen gar nicht. Ein schnellwachsendes Unkraut „Cucujo“ erdrosselt den Kaffee. Ganz anders in der Hanglage, wo die Magerwiese mit ihrer riesigen Pflanzenvielfalt beheimatet ist. Dort integrieren sich die jungen Stauden wunderbar, obwohl ihnen die Farne und Dornengewächse über den Kopf wachsen. Das macht Freude…arbeite nicht gegen die Natur! 

Integrierte Jungpflanzung 

Das Tropenklima ist für Pilze ein Schlaraffenland. Es gibt hier keinen kalter Winter welcher Parasiten stört.

Nachtschattengewächse (Kartoffel, Tomate, Peperoni, Lulo) haben es besonders schwer. Kulturen können nur mit Riesenaufwand von Chemie zur Fruchtreife gebracht werden. Doch spontan wächst auf der Dezalé-Farm ein Lulo heran, (Zitrusfrucht, sensationeller Fruchtsaft) oder eine Patata (Kartoffel) es passiert ihnen nichts, sie sind integriert.

Hans R. Auer

Im Mai 2008 

Die Ernte 08 hat begonnen, im unteren Cauca-Tal, 1600 m.ü.M. dauert sie zwei Monate. Auf der Dezalé-Farm auf 2000 Metern Höhe beginnt es langsam, der Ernteprozess ist länger er wird im August enden. Der erste Regen im September verursacht die Blühinduktion. Juli und August sind heisse Sommermonate der Regen bleibt dann meist völlig aus. Die Kaffeestaude bereitet sich aber auf die Blühphase vor. Neun bis zehn Monate nach der Befruchtung sind die Früchte reif. 

6000 Stauden sind in Produktion, 1.5 kg Kaffeekirschen pro Baum, 9000 Kilo Arabica -Caturra und –Variedad Colombia werden auf Dezalé anfallen. Dafür müssen 1800 Pflückstunden investiert werden.  Das geröstete Resultat: 1150 Kilogramm Dezalé - Café de origen, die kolumbianische Hochlandperle.  

Auch dieses Jahr werden es zwei Lieferungen sein. Im Februar konnten wir 220 Säcke (7700 kg) Roh-Kaffee in die Schweiz schicken. Die Früchte hatten den Ursprung Turminá-Inzá. Silvio Muñoz, Luis A. Salazar, Maria Santa Muñoz, Omer Sanchez, Luis Eduardo Cruz, Paulina Sanchez usw. 

14 Bauern haben zum Gelingen der Lieferung beigetragen.  

Im August wird eine ähnliche Menge bereit sein für die Reise. 

Aber nicht nur Kaffee: Auf der Dezalé-Farm pflanzten wir im letzten Jahr 800 Waldbäume und Bambus. Die fünf Baumarten wachsen entlang dem Bächlein El Ejido. Der eine Hektare grosse Wald wird eine Feuchtezone schaffen und viel Sauerstoff produzieren!


Das Wetter

Juni bis August 2007 waren trocken und warm. Im September begann die Regenzeit. Ein starker La Niña-Effekt installierte sich und machte uns das Leben schwer. Feuchtkalte Pazifik-Strömung liess die Temperaturen sinken und brachte viel Regen. Erst in der Osterwoche, im März 08 verbesserte sich die Lage. Auf der Dezalé-Farm befielen aggressive PilzePellicularia koleroga und Mycena citricolor einen Drittel der Kaffee-Stauden. Die Blätter, aber auch die Früchte vertrockneten oder verfaulten. Die Bäume stehen dann nackt da, es ist zum Weinen! Phoma sp. ist ein anderer Pilz der die Spitzen der Äste befällt. Doch gegen ihn kann sich die Pflanze wehren, sie lässt den Pilz verdursten, die Früchte werden gerettet.  Leider nicht genug! Unser Inzá-Kaffee welcher am 14. Februar bereit war für den Export, bestand den Test nicht! 13.25% Feuchtigkeitsgehalt, die Limite für den Export ist 12%. In einem aufwändigen Prozess mussten wir die 220 Säcke vom Lagerhaus der Federación (FNC) in eine Halle der Cooperativa verschieben. Mit Warmluft wurde dort in drei Tagen der Feuchtigkeitsgrad berichtigt.

Kaffee transportieren ist nicht einfach

Von Inzá nach Popayán 

Der Weg führt bei Inzá über den Anden-Pass Gabriel López 3500 m.ü.M. mit den Paramos Las Delicios und Guanacas. Im Januar 06 haben starken Regengüsse grossen Schaden an der Strasse angerichtet. An drei Stellen ist heute noch alles ein Bauprovisorium und man ist froh wenn man den Allrad zuschalten kann!  Doch es gibt auch gute Nachrichten. Erinnern wir uns, vor 5 Jahren war die Strasse unsicher wegen der Guerilla Präsenz. Heute wird der Pass vom Militär kontrolliert. Ein Hochgebirgs-Bataillon hat sich nieder gelassen.


Von Turminá nach Inzá Im Dezember 06 hat ein Platzregen 10 Meter Strasse weggeschwemmt. Das Tal ist steil 100 Meter weiter unten braust der Rio Negro. Die Reparatur dauerte einige Monate. Unsere Bauern mussten ihren Kaffee auf dem Rücken durch den Bergrutsch schleppen! Zur Zeit ist diese Andenhochlandstrasse immer noch nur beschränkt befahrbar.

Popayán nach Buenaventura

Von Popayán wird unser Kaffee mit dem Lastwagen in 6 Stunden nach Buenaventura geführt und dort verschifft. Die Reise nach Rotterdamdauert drei bis vier Wochen. Einige Tage darauf erreicht er sein Ziel in der Schweiz oder in Barcelona aber auch bei den Bayern in München ist jetzt Dezalé erhältlich!

Es gibt sogar Touristen!

Pro Woche sind es fünf bis zehn Reisende aus Frankreich, England und Spanien die die Prä-kolumbianischen Gräber in San Andres Tierradentro besuchen. Aber auch Studenten und Alternativ-Touristen aus der Schweiz finden ihren Weg dorthin. Sie kaufen den Paes-Indianern Handarbeiten ab. Die Idylle, die mystische Landschaft beeindruckt sehr.

Hans Ruedi Auer, Popayán 13.05.08

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